Raketen in Beer Sheva – Flucht nach Tel Aviv

Hm… Ein ereignisreiches Wochenende.

Im Gegensatz zu den Terroranschlägen in Eilat am Donnerstag, wird der Rest, der sich hier momentan abspielt, nicht so groß in der deutschen Presse aufgearbeitet. Seit gestern sind wir in Tel Aviv, doch starten wir von vorne…

Der ein oder andere wird evtl. den Artikel über die Hausparty gelesen haben.
Das war am Montag und der erste Raketenalarm in Beer Sheva seit meiner Ankunft vor 5 Wochen. Die Lage an den Tagen danach war ziemlich entspannt, da bei privaten Gesprächen immer folgendes Vorgehen von Iron Dome erklärt wurde:

Wenn eine Rakete vom Gaza Streifen abgeschossen wird, erkennt Iron Dome das und berechnet die Flugbahn. Falls die Rakete Beer Sheva treffen würde, wird diese abgefangen. Ansonsten lassen sie sie einfach in der Wüste explodieren, da eine Abwehraktion viel Geld kostet.

Man muss sich das mal vorstellen: Es gibt seit Jahrzenten lenkbare Raketen und sogar Interkontinentalraketen (die die um den halben Globus jagen und auf einem 5×5 Meter großen Bereich einschlagen lassen können). Und im Gaza Streifen? Da bauen die sich selbst Rampen mit Eselskarren und versuchen mit Augenmaß eine Stadt zu treffen.

Israel dagegen ist eins der Best-gerüsteten Länder dieser Erde… Aber ich schweife ab.

Die folgenden Tage waren dann ziemlich ruhig, bis Donnerstag die Terroranschläge in Eilat waren. Wir wurden daraufhin angewiesen, keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr zu nutzen (was uns quasi in Beer Sheva ankettete).

Das Timing war denkbar schlecht… Es war der letzte Arbeitstag, bevor die Labs in die einwöchige Sommerpause gingen. In dieser Zeit hatten wir geplant, in Ägypten (Dahab) am roten Meer zu Tauchen. Natürlich gestrichen…

Der Donnerstag wurde dann mit Stornierungsanfragen beendet und es blieb ruhig.
Am nächsten Morgen sagte mir Tim, dass um 5 Uhr Raketenalarm war.
Der Fakt, dass ich ihn einfach verschlafen hatte und nicht im Bunker war, fühlte sich nicht besonders gut an.
Dazu kam dann noch ein anderes Übel: Magen-, Glieder- und Kopfschmerzen …
Richtig -> Magen-Darm-Infekt! Reicht ja noch nicht, dass hier die Welt unter geht.
Neben Bettruhe stand dann nur noch ein nervenaufreibender Arztbesuch auf dem Plan.
Dort konnte keine Arzthelferin auch nur ansatzweise Englisch.
Details erspare ich euch hier…

In der Nacht auf Samstag verschlief ich wieder den Raketenalarm und fand das immer noch nicht so prickelnd. Als nun im Apartment (nach dem warmen Wasser) auch noch das Internet ausgefallen war, machte ich mich in Richtung Universität auf um dort das WLAN zu nutzen.

Dort angekommen, ertönten nach einer Stunde lautstark die Sirenen. Ich verkroch mich, wartete die Detonation ab und ging zurück um zu skypen. Fast wie in Routine.

Es dauerte nicht lange, bis der Ton der Sirenen wieder über den Campus hallte. Ich verkroch mich wieder und dieses Mal war es nicht eine Detonation, sondern viele. Sechs oder so.

Nach wenigen Minuten rief mich unsere israelische Betreuerin an und sagte, dass Raketen in der Stadt eingeschlagen wären und wir Sachen für eine Woche einpacken sollen. Ein Taxi bringt uns in 30 Minuten nach Tel Aviv in ein Apartment.

Und genau dort sind wir nun seit knapp 24 Stunden. In einem schönen Apartment, aus dem man (von einem der beiden Balkons aus) das Meer sehen kann.
Es liegt außerhalb der Reichweite von GRAD-Raketen und gilt deshalb als sicher.
Bis sich die Lage geklärt hat und/oder entschieden wird uns zurück nach Deutschland zu holen bleiben wir wohl erst einmal hier.

Begrüße ich (nach dem heutigen Strandtag) sehr.

Und bevor Kommentare kommen wie “Wie kann eine Firma euch dort hin schicken” möchte ich eins sagen:
Keiner konnte ahnen, dass die Lage nach langer Zeit so schnell eskaliert.
Wir wurden schnell dort weg geholt als es brenzlich wurde und da möchte ich ein paar Leuten meinen Dank aussprechen. Da die Raketenanschläge laut ynetnews auf Beer Sheva weiter gehen, bin ich nun froh hier zu sein…

Alles Gute aus Israel.

Fett schwimmt oben (woohoo!)

Wir sitzen gerade zu viert im Auto und haben noch 200km vor uns bis zu den Golanhöhen.
Genug Zeit (bei maximal 110 km/h Überschallgeschwindigkeit) um von den letzten beiden ereignisreichen Tagen zu berichten.

Der Abend vorher
Alles begann am Donnerstagabend nach der Arbeit. Für den nächsten Tag war der Trip ans tote Meer und nach Ein Gedi geplant und so wollten wir “nur mal eben in der Gracebar gucken gehen” um 3-4 Bier zu trinken und um 1 im Bett zu liegen.
Naja… “Ersten kommt es anders – Und zweitens als man denkt.”

In der Gracebar war für 51 Scheckel (10€ und nen paar zerquetschte) frei umknödeln ^^.
Und da der Bierpreis hier ansonsten in einer Bar bei schlappen 5€ für einen halben Liter liegt wurde das entsprechend zelebriert. ;)

Auf gehts!
Nach annährend 4 Stunden Schlaf, war um 8 Uhr am nächsten Morgen wieder Tag angesagt.
Fit wie nix musste ich, bevor es los ging, noch zum Optiker um Kontaktlinsen ab zu holen.


Meine Brille habe ich leider letzte Woche (mal wieder) in Jerusalem zertrümmert und so bin ich momentan auf diese flutschigen Dinger angewiesen. Ich habe ewig gebraucht um die das erste Mal in meine Glubscher zu bekommen und es letztendlich erst unter Zuhilfenahme eines Youtube-Videos geschafft… Aber das ist eine andere Geschichte ;)

Aus dem Brillenladen raus, Ariel aufgesammelt (ein Israeli hier der auch deutsch spricht und uns begleitet) und auf Sebastian mit dem Mietwagen gewartet.

Dieser rief dann auch zeitnah mit einem: “Das ist so ein scheiß hier bei [große Autovermietung mit S]. Die meinen, die haben das Buchungssystem noch nicht aktualisiert und wollen nun den doppelten Preis haben.” Damn -.-
Letzendlich hat er 200$ für 3 Tage High-Tech-Corsa heizen da gelassen und uns am Bahnhof aufgelesen.

Los gefahren zur ersten Ampel und dann:

Me: “Wie kommen wir eigentlich nun zum totem Meer?”
Seb am Steuer: “Keine Ahnung… Ariel, du bist doch hier ortskundig.”
Ariel: “Weiß ich nicht.”
Tim: “Öhm… Fahr mal rechts”

Als wir aus Beer Sheva raus waren kamen dann relativ fix Schilder mit der Aufschrift “Dead Sea” und der Rest war einfach.

Dead Sea

Zum toten Meer gibt es nicht viel zu sagen… Man schwimmt halt oben :P
Ist aber schon ein ziemlich geiles Gefühl, dass man sich da einfach drauf legen kann^^

Ein Gedi
Das Ein Gedi Nature Reserve war einfach nur traumhaft.

Mitten in der Wüste hat man dort Wasserfälle, Flüsse u.s.w.
Schaut euch einfach die angehängten Bilder an. Einfach nur wunderbar da ;)

Alles in allem zwei richtig geile Tage und mal schauen was heute noch kommt.

Wir sind jetzt sofort in den Golanhöhen.
Schönes Wochenende Leute und hauta rinne!

Giese

Glatze Mütze

Hier ein paar Kleinigkeiten aus Israel:

Glatze
Gestern war ich beim Friseur um (bei der Hitze) nicht mit so einer Matte wie Pobert rum laufen zu müssen. ;)

Nur kurz:
Die Frau konnte kein Wort englisch und eine Übersetzerin (die saß da so rum) auch nicht wirklich viel. Wir einigten uns auf kürzer und los ging die Operation.

Genial war, dass sie genau einen elektrischen Haarschneider hatte der nach 5 Minuten den Geist auf gab.
Aber mit reiben und schütteln ging er immer wieder für etwa 20 Sekunden an um anschließend den Dienst mit einem abklingenden Summen zu quittieren.
Nach etwa 10x wechselte sie 5 Minuten auf die Schere.
Danach noch 10x den Rasierer geschüttelt und über den Dickschädel gezogen und fertig war die “Frisur”.

Kaum noch Haare auf dem Kopf (12mm?) aber irgendwie recht angenehm^^

Mütze
Im Büro ballert die Klimaanlage so richtig durch.
Die Israelis haben genau zwei Möglichkeiten gefunden die Temperatur zu regeln:

1. Es ist zu warm
-> Fenster zu
2. Es ist zu kalt
-> Fenster auf

Outside: 34°C. Inside: 18°C

Da heute die Person wieder gekommen ist, auf deren Platz ich gesessen habe, wurde ich umgesetzt.
Und hier sind es nun so gefühlte 15°C (Außentemperatur 33°C).^^
Folge: Ich sitze mit kurzer Hose, Flip-Flops, Sebs Pulli, meinen paar restlichen Haaren und einem warmen Kaffee vor IntelliJ und verfluche Java.

Ironie des Lebens :)

Was kommt?

Wer jetzt noch den genialen Titel dieses Beitrags aufgeschlüsselt hat, kann sich auf weitere Artikel des kommenden Wochenendes freuen ;)

Am Freitag geht es mit einem Mietwagen ans tote Meer und Samstag in die Golanhöhen. Riddi Riddi ab geht´s Baby common! WU WU WU!

Hauta rinne^^

Ganz schön frisch heute

Unter 30°C heute… Ich bin schon ein wenig am frösteln gerade :P
Naja, morgen sind es ja wieder 35° – einen Tag werde ich das schon durch stehen :D

Aber wenn ihr schon hier seid um zu lesen, dass Israel-Wetter > Deutschland-Wetter ist, hier ein paar Random-Fotos (bevor der große Jerusalem-Post kommt) ;)

The Market

7GAKWG5SS3CC

Ich weiß, ich weiß… Ich entwickel mich zum Spammer ;)
Aber man soll die Dinge ja aufschreiben, so lange sie noch frisch sind^^

Heute nach der Arbeit waren wir auf einem Markt in der Stadt.
Hier ein paar Eindrücke:

Cold? I double the prize!
Auf dem Markt konnte man an einem Stand 6 Energy-Drinks für 20 Scheckel (4€) kaufen.
Da es draußen etwa 34°C waren, wäre das kalt defintiv ein Genuß gewesen.
Als er die kalten Getränke allerdings eingepackt hatte, tippte er 36 in seinen Taschenrechner ein und streckte mir die Hand entgegen. Durch elegante Armbewegungen teilte er mir dann mit, dass nur die warmen 20 Scheckel kosten.
Dann halt nicht…

Automat
Wer kennt sie nicht? Diese Automaten mit dem Greifer auf dem Rummelplatz wo man diese pflauschigen plüschigen Dinger fischen kann.
Naja – In Israel sieht das Ganze etwas anders aus:

SCHLOSSKRONE
Schon in Deutschland purer Genuß ;)

Heiße Bräute mit Knarren und rosa Sonnebrillen
Gibt es hier auch. Habe aber (noch) kein Foto ;P

Die nächsten Tage habt ihr erstmal Ruhe von mir. Am Wochenende geht es dann nach Jerusalem =)

Environment

Nur mal ein paar Bilder^^

Meine neuen Nachbarn

Da es hier quasi nie regnet im Sommer, brauch man auch kein Dach über dem Sessel. Kabel/Leitungen u.s.w. werden hier einfach die Außenwand hoch gelegt. Zum groß machen einfach auf die Bilder klicken.

Ufos auf den Dächern

Die Dinger stehen hier auf (wirklich!) jedem Dach.

Alon Building

Falls mir jemand eine Postkarte auf die Arbeit schicken will, Adresse steht ja da ;)

Welcome to Beer Sheva

Der Hinweg.

Ich fange mal direkt an… Morgens raus ins Auto und dann ab Richtung Flughafen

Am Frankfurter Flughafen angekommen habe ich ungefähr 1 1/2 Stunden vorher das Boarding genutzt um noch ein paar Duty-Free-Artikel abzusahnen.

Aber: Fehlanzeige!

Es gibt genau ein Gate, dass komplett von den anderen abgeriegelt ist und ausschließlich Tel Aviv als Ziel hat.

Man kann zwar rüber schauen zu den anderen Menschen (durch eine Panzerglasscheibe mit 2 Wachleuten davor) aber mehr läuft da nicht.

Auf unserer Seite gab es dann noch 0,02L Kaffee für 38,59€ und das wars.

Irgendwann sind wir dann rein gekommen in den Vogel und fix nach Tel Aviv rüber geflogen. Dort angekommen noch eine Stunde weiter mit Taxi nach Beer Sheva in den Campus Tower und ich war da.

Auf der Fahrt hat der Fahrer versucht mir zu erklären (er malte an seinem Steuer mit beiden Händen Geschwindigkeitsschilder auf einen Zettel), dass man in Israel maximal 90 km/h auf Autobahnen fahren darf.

Es gibt allerdings eine spezielle Autobahn mit 110 km/h Höchstgeschwindigkeit. Um die nutzen zu dürfen, muss jeder allerdings monatlich eine Art Maut zahlen.
20 km/h drüber kosten dazu 750 Scheckel (ca. 155€). Motoradfahren würde mir mit Sicherheit keinen Spaß machen^^

Die ersten Eindrücke

Nach wunderbaren 12°C und Regen in Deutschland kippt man natürlich erstmal fast aus den Latschen, wenn man in Israel bei 36°C aus dem Flieger steigt. Daran gewöhnt man sich aber fix. Außerdem wird jeder Raum in jedem Gebäude auf gefühlte 15° runter gekühlt (Klimawandel ahoi).

Gestern war ich das erste Mal in einem israelischen Supermarkt.

Läuft eigentlich genau so ab, wie bei uns in Darmstadt um die Ecke. Nur, dass die Kassenkräfte tatsächlich noch langsamer sind… Was ich nie für möglich gehalten hätte!

Dort habe ich dann auch den ersten elementaren Fehler gemacht… Mich hat eine Frau auf hebräisch angesprochen (wovon ich natürlich nix verstanden habe). Durch ihre Gestik und ihr Verhalten wurde dann aber wohl klar, dass sie vorgelassen werden möchte, da sie nur 2 Teile hat.

“Gut Christoph, bist ja in nem neuen Land und wartest eh erst ne halbe Stunde…. Bist mal nicht so.”

Ihr gesagt, sie kann vorgehen und dann gings hinter mir richtig zur Sache :D

Alle Leute schimpften wie die Rohrspatzen auf mich ein und ich verstehe natürlich kein Wort^^

So freundlich bin ich nicht noch einmal…

Arbeiten, arbeiten, immer nur arbeiten

Die Abteilung hier arbeitet (nur ganz kurz) an einer App mit der man z.B. ein Foto-Request an jemanden in Jerusalem schicken kann. Der soll dann ein Foto machen und es zurück schicken, damit man sieht was da so ab geht.

Die Arbeitsatmosphäre ist ziemlich entspannt. Wenn die gute Kollegin direkt hinter mir nicht gerade über Stereoboxen ihre Heiratsmusik aus sucht, ertönt von dem 2 Meter entfernten Mitarbeiter bespielsweise Let´s get loud von Jennifer Popez. Naja, ist ein lebensfroher Kerl ;)

Was kommt?

Am Wochenende geht es nach Jerusalem und Donnerstag zum Beduinen-Markt.

Geplant sind defintiv noch Reisen nach Tel Aviv, ans rote und tote Meer u.s.w.

Die Tage stelle ich mal ein paar Fotos online

Hauta rinne – Kommentare erwünscht ;)