Terroranschlag in Tel Aviv – Bye Israel?

Heute ist der 9. Tag in Tel Aviv und es wird mal wieder Zeit für ein Update.

Nach den (teils heftigen) Raketenanschlägen in unserem Einsatzort Beer Sheva, wurden wir am 20.08. nach Tel Aviv in ein Apartment gebracht.

Ziel dieser nächtlichen Aktion war es, uns erst einmal aus dem Schußfeld der Raketen zu bekommen und abzuwarten, wie sich die Lage in den kommenden Tagen entwickelt.

Die Entwicklung im Schnelldurchlauf:

Es gab (mit einigen Pausen) immer wieder Raketenanschläge aus dem Gaza-Streifen in Süd-Israel. Die meisten davon trafen (so wie üblich) nur unbewohnte Wüstenregionen oder wurden von Iron Dome abgefangen. Die israelische Luftwaffe flog immer wieder Luftangriffe auf den Gaza-Streifen.
Dazu gab es mindestens zwei Mal Waffenstilstand, der innerhalb von Stunden gebrochen wurde.
Der Grund liegt auf der Hand: Es gibt im Gaza-Streifen diverse Splitergruppen, die sich der Waffenruhe einer anderen “Partei” dann einfach nicht anschließen.

Nachdem am Samstag “die Lage sich nicht grundlegend zum Guten geändert hatte”, wurde von deutscher Seite aus entschieden, dass eine Rückreise nach Beer Sheva vorerst nicht möglich sei. Man wolle das Wochenende abwarten und am Montag entscheiden.

Heute ist Montag und letzte Nacht ist ein Terroranschlag in Tel Aviv verübt worden:
Ein Mann klaute ein Taxi und ist damit in einen Polizei-Checkpoint gefahren.
Anschließend stieg er aus und stach mit einem Messer auf Polizisten und Zivilisten ein, während er “Allahu akbar” (“Gott ist groß”) schrie.
Bei der Attacke wurden insgesamt acht Menschen verletzt.
Sein eigentliches Ziel war der Nachtclub Haoman 17, den er aufgrund der Polizeisperre nicht erreichen konnte.
Link: Kompletter Bericht auf ynetnews (englisch)

Nun sind wir hier ziemlich gespannt, was unser Lagezentrum in Deutschland dazu sagen wird.
Ich würde gerne wieder zurück nach Beer Sheva und halte die Lage dort für nicht sehr brisant. Die Raketen werden ohne Plan und Ziel abgefeuert und Tausende Israelis leben da seit Jahrzehnten. Das Büro unserer Firma läuft ganz normal weiter und auch wenn ich die Einwände verstehen kann, halte ich es für vertretbar uns zurück zu lassen.

Naja – Mal schauen, ob ich noch diese Woche in einem Flieger Richtung Deutschland sitze. Man sieht sich ja dann… ;)

Update: Das Konzernlagezentrum hat entschieden, dass eine Rückkehr nach Beer Sheva möglich ist. Somit geht es morgen via Taxi zurück in die T-Labs. :)

Anbei noch ein paar Fotos. Die meisten aus Tel Aviv-Jaffa vom Markt:

Eilnews: Dachterasse gefunden!

Eh Eh Eh :P

Heute vom Strand wieder gekommen und ich sehe von der Straße aus (nach 2 Tagen!!!), dass über unserem 4. Stock ein Schirm steht (also muss man ja irgendwie dort hoch kommen).

Also die Treppe hoch gesprintet und was sehen wa da?

Wir haben hier die übelste Dachterasse!!!

Nice one! :D

Tel Aviv (Proteste, Strand und Trinkgeld =P)

Mitlerweile ist es ja schon relativ groß in den Nachrichten, dass in Tel Aviv die Post abgeht. Wir waren bis gestern für etwa 24 Stunden dort und haben uns das Ganze (unter anderem) mal angesehen.

Trinkgeld

Doch starten wir erst einmal mit etwas anderem ;)

In Israel ist es normal (bzw. es gehört sich) ungefähr 10% Trinkgeld zu geben.
Was für deutsche Kellner das Paradies vor dem Herren wäre, ist dort absolut üblich.
Normalerweise läuft es so, dass man erst das Wechselgeld bekommt und dann ungefähr 10% liegen lässt. Dort wo wir waren, wird die ganze Sache etwas dreister an gegangen:

Da wird einfach 12% drauf geschlagen und ein neuer Preis hin geschrieben :P
Man sieht auch relativ häufig, dass auf der Rechnung pro Person 4-5 Scheckel auftauchen mit der Beschriftung “SECURITY” ;)

Proteste
Nun zu den Protesten:

Vorab ist noch zu erwähnen, dass wir auch in anderen Städten campende Studenten gesehen haben. Hier in Beer Sheva stehen die Zelte und Plakate schon seit mehr als drei Wochen an einer Hauptstraße. Am Tag laufen ein paar von ihnen auf dem Gehweg rum und halten Schilder hoch auf denen “If you support us, HONK!” steht.

Die machen auch schon anständig Krawall, aber in Tel Aviv haben die Proteste ganz andere Dimensionen. Der komplette Rothschild Boulevard (etwa 1,6km lang) ist voller Zelte und Menschen.

Wenn man durch die Zeltlandschaften geht, sieht man Menschen die gemütlich plaudern und trinken.
An einer von vielen Leinwänden läuft ein Film über die
Black Panther Bewegung im Jahr 1971.
Schlechte Inszenierung kann man ihnen also nicht vorwerfen. ;)

An einem Brunnen versteht jemand unsere Unterhaltung und gesellt sich dazu.
Er ist Augenarzt und hat 7 Jahre in Deutschland gelebt.
Lange unterhalten wir uns über Israel, Amerika, Deutschland und andere Staaten.
Sprechen darüber, dass die Proteste durch eine Studentin anfingen die aus ihrer Wohnung geschmissen wurde. Sie zog dann, laut ihm, mit einem Zelt auf den Boulevard und suchte Anhänger bei Facebook. Ob es die Wahrheit ist lässt sich schlecht sagen.

Doch allein darum geht es schon lange nicht mehr.
“Die Ärzte protestieren für mehr Geld, die Mütter für mehr Kindergärten, die Studenten für günstigere Wohnungen… Und die Lesben für weniger Männer.” sagt er.
“Jeder will sein Ziel verfolgen, wenn schon einmal Stimmung ist.”

Nach etwa einer Stunde verabschieden wir uns und ziehen weiter durch die eine oder andere Bar.
Auch wenn es wirklich interessant ist… Genug Revolution und Politik für diesen Abend ;)

Für mehr Informationen zu den Protesten kann ich folgenden Link empfehlen:
Netanjahu ernennt Expertenteam

Strand

Unseren Schlafplatz für diese Nacht haben wir “Open Air” gebucht.
Von 5:20 Uhr an durften wir für 20 Minuten auf einer Liege am Strand schlafen.
Um 5:40 Uhr wurden wir nämlich mit einem “good morning guys!” von einem Strandbar-Kerl geweckt. Er und seine Kollegen fingen an die 30 Millionen Liegen aufzubauen und wir holten uns Frühstück.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt: Liege, Meer, Dusche, Liege, Meer Dusche und wieder von vorne.

Abends dann den ersten Bus zurück nach Beer Sheva und Tel Aviv ist geschafft =)

Ich bin gespannt, wie sich das mit den Protesten hier weiter entwickelt.
Spätestens zum Semesterbeginn müsste es ruhiger werden…
Obwohl die Lesben natürlich weiter für weniger Männer protestieren könnten :P

In diesem Sinne: Hauta rinne! :)